Ein launiger Vortrag beim Jahrestreffen des Nürnberger Skål Clubs

Das hat richtig Spaß gemacht. Nicht nur mir, sondern – wenn man den Reaktionen auf dem Bildschirm und den lobenden Worten am Ende des Vertrags glauben darf – auch allen Nürnberger Skålleginnen und Skållegen*, die sich am vergangenen Donnerstag online zum traditionellen Jahrestreffen eingefunden hatten. Als Programm hatte Skål-Vorsitzender Andreas Müller eine Weinverkostung mit dem Winzer Herbert Düll und für die leichte Unterhaltung eine „launige“ Lesung mit Bernhard Krebs angekündigt.

Rund eine Stunde sollte ich unter dem Titel „Der Krebs und sein vorlautes Mundwerk. Skurrile Beobachtungen aus Hotellerie, Tourismus und dem Rest.“ Geschichten zum Besten geben – ohne Zweifel eine lange Zeit, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Geduld und Wohlwollen erforderte. Zwei plus eins Herausforderungen waren mir vorher schon bewusst:

  • Eigentlich lebt ein humoriger Vortrag von der Interaktion und der direkten Energie, die nur im persönlichen Gegenüber strömen bzw. überspringen kann. Digital ist nicht Präsenz und wird es auch nie sein.
  • Lachen ist ansteckend: Je näher man sich dabei ist, desto schneller lacht man gemeinsam. Comedians im Streaming-Auftritten beklagen die Ferne ihres Publikums, ich hatte deshalb für meinen Vortrag als Zielvorstellung für mich ein „Schmunzeln“ ausgegeben.
  • Eine ganze Stunde? Habe ich dafür denn genug Material? Die Sorge sollte sich schnell ins Gegenteil verkehren. Die (endlich durchgeführte) Inventur meiner Geschichten hatten die stattliche Zahl 130 zum Ergebnis – nicht jede taugte für diesen Vortrag, aber selbst die Geeigneten hätten locker fünf Stunden füllen können. Was für den Vortrag bei Skål Nürnberg bedeute: Auswählen und kürzen, bis es richtig weh tat.

Eine erste Erkenntnis nach einem langen und fröhlichen Abend: 20 Minuten ist genau das richtige Maß für launige, humorvolle & schmunzelnde Vorträge. Sollte es länger dauern, empfiehlt sich davor z.B. eine Weinverkostung: Die digitale Gesellschaft vor den Bildschirmen ist etwas lockerer UND man kann sich im eigenen Vortrag immer wieder zuprosten – kleine Pausen mit entspannender Wirkung.

Zurück zum Jahrestreffen. Winzer Herbert Düll selbst vom Weingut Düll in Ipsheim am Fuße der Burg Hoheneck hatte für die Verkostung einen „20219 Silvaner Kabinett trocken“ und den „2019 Domina trocken“ ausgewählt, beide Weine überzeugten die Weinkenner unter den Skålleginnen und Skållegen und schmeckten den anderen auch.

Ich selbst spannte nach einem sehr individuellen Einstieg den Bogen von ironischen Beobachtungen während der Pandemie über skurrile Urlaubserfahrungen und kulinarischen Betrachtungen und einer Spurensuche nach den unterschiedlichsten Typen, die Kommentare in Hotelbewertungsportale abgeben. Auch ironisch-philosophische Gedanken zum „Schweigen“ und zu den Absonderlichkeiten moderner Business-Rituale fehlten nicht – bis meine Online-Lesung mit weiteren Pandemie-Beobachtungen den Kreis schloss und zum allseits beklatschten (DANKE 😊!) Ende kam.

Was mir wichtig war und von einer Teilnehmerin auch lobend erwähnt wurde:

  • Der Vortrag bestand nicht aus unzusammenhängenden Teilen, sondern folgte einer stimmigen Dramaturgie.
  • Die Betrachtungen sind ironisch und nie böse; sie legen menschliche Schwächen (gerade auch des Referenten) frei, ohne dabei verletzend zu sein.
  • Die Lesung war thematisch sehr nahe bzw. genau bei der Erlebniswelt der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Und was ich weiß bzw. hoffe: Es wird nicht der letzte solcher „launiger“ Vorträge mit skurrilen Betrachtungen gewesen sein… die Geschichte hat gerade erst begonnen.

*Skål International ist die älteste und bis heute einzige weltumspannende Vereinigung von Führungspersonen aller Sparten der Reise-, Freizeit- und Verkehrsindustrie. Die Vereinigung umfasst derzeit nahezu 15.000 Mitglieder in 95 Ländern mit knapp 400 Clubs. In Deutschland, nach den USA die zweitgrößte Skål-Nation, gehören dem Netzwerk etwa 900 Mitglieder an, die sich auf 22 lokale und regionale Clubs verteilen.

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