Kehrseite der Bildschirmarbeit: Rückenschmerzen auf dem Vormarsch

Am heutigen Freitag, 15. März, findet bundesweit der „Tag der Rückengesundheit statt“. Seit 2002 dient dieser Aktionstag zur aktiven Prävention gegen Rückenbeschwerden – ein ausgewiesener Experte zu diesem Thema ist in der Region und weit darüber hinaus PD Dr. Konstantinos Kafchitsas von der Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe. Der Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums Oberpfalz unterstreicht die Bedeutung von Bewegung zum Aufbau der nötigen Muskulatur und damit zur Vorbeugung gegen Rückenschmerzen. Allerdings, so der Mediziner: „Wenn Empfindungsstörungen wie Taubheitsgefühle, Lähmungen oder Probleme beim Halten von Wasser und Stuhl auftreten, sollte man sofort zum Arzt gehen.“

Verspannungen im Nacken oder ein Stechen im Kreuz – immer mehr Menschen leiden nicht zuletzt wegen der täglichen Arbeit vor einem Bildschirm unter Rückenschmerzen. Das belegen jedes Jahr die Statistiken der Krankenversicherungen. In den meisten Fällen sind die Schmerzen unangenehm, aber harmlos. Und“ man kann selbst viel dagegen tun“, so PD Dr. Konstantinos Kafchitsas.

Die Beschwerden entstehen meist durch eine schwache Muskulatur als Folge von Bewegungsmangel, langen Arbeitszeiten vor dem Bildschirm in ungünstiger Sitzposition mit zu wenig Pausen. „Die Wirbelsäule ähnelt in Wirklichkeit eher einer Gliederkette als einer echten Säule“, erklärt PD Dr. Konstantinos Kafchitsas. Gehalten wird sie durch die Muskulatur von Bauch und Rücken. Ist sie zu schwach, kann sie die Wirbelsäule nicht richtig aufrecht halten und verspannt sich gerade in Zwangshaltungen wie bei Bildschirmarbeit, was zu den typischen Beschwerden führt.

Daher empfiehlt der Chefarzt sich mehr zu bewegen. Das kann Sport sein, aber auch Bewegung im Alltag hilft wie z.B. die Treppe statt des Aufzugs zu nehmen. Wer viel vor dem Monitor sitzt, sollte mindestens einmal pro Stunde aufstehen und sich bewegen. Und der Tipp bei akuten Beschwerden: In der genannten Stufenlagerung legt man sich auf den Rücken und lagert die um 90 Grad angewinkelten Beine hoch, z.B. mit einem Kissen unter den Unterschenkeln.  Das verringert die Spannung und entlastet die Wirbelsäule.“

Foto: PD Dr. Konstantinos Kafchitsas erklärt die Funktionsweise einer Wirbelsäule. 

Kommentar

  1. Da das Arbeiten im Büro und vor dem Bildschirm für viele unumgänglich ist es außerdem sehr wichtig eine optimale Sitzhaltung zu haben. Alleine das Sitzen mit einem geraden Rücken kann das Risiko auf Schmerzen deutlich verringern, da die Belastung auf die Bandscheiben verringert wird. Im Optimalfall sollte zusätzlich, wie bereits geschrieben, mindestens ein bis zweimal pro Woche Sport getrieben werden. Schwimmen ist hier optimal, da hier zusätzlich zur Rückenmuskulatur auch alle anderen Bereiche gestärkt werden. Leider kommt die Vorsorge bei diesem Thema oft viel zu kurz und wenn die Schmerzen einmal entstanden sind, ist es viel schwerer diese wieder zu beseitigen. Vorsorge ist nun mal wesentlich einfacher als Nachsorge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.