Blindes Verständnis im Operationssaal

Freitag. 9:30 Uhr. Noch bevor Dr. Gary Haller sagt, welches Instrument er benötigt, hält es ihm die OP-Schwester bereits hin. Im Operationssaal daneben scherzt Marc Philippbaar kurz mit dem Mitarbeiter, der ihm einen ganz bestimmten faden reicht. Keine Frage: Wer einmal als Beobachter bei einer Operation zugegen sein darf, ist tief beeindruckt – natürlich von der Präzision, mit dem ein Operateur agiert, aber auch vom blinden Verständnis, das zwischen ihm bzw. ihr und seiner/m Operationstechnischen Assistenten/in (OTA) herrscht.

Je erfahrener die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter sind, desto weniger Worte sind nötig. Auf einem Tisch liegen die Instrumente akkurat aufgereiht, dass hinsichtlich Sterilität und Hygiene keine Kompromisse eingegangen werden, versteht sich von selbst. Jeder Handgriff sitzt, die Ärztin bzw. der Arzt kann sich dank der professionellen Unterstützung voll und ganz auf die Operation und den Patienten konzentrieren.

OTA ist einer von fünf nichtmedizinischen Heil- Ausbildungsberufen, die an der Asklepios Klinik im Städtedreieck zu finden sind. Direkte Vorgesetzte der OTAs, Medizinischen Fachangestellten (MFA), Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) sowie Gesundheits- und Krankenpfleger und Krankenpflegehelfer ist Annika Kuppe, Pflegmanagerin und kommissarische Pflegedienstleiterin.

Ihr zur Seite steht für den OP-Bereich Johannes Weinzierl, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Sascha Blasche u.a. für die Materialbeschaffung, Dienstplanung, sowie kontinuierlichem Qualitäts- und Projektmanagements des zwölfköpfigen OP-Teams verantwortlich ist. Der Qualifikationsmix, bestehend aus OTAs, Krankenpfleger und MFAs mit entsprechender OP-Zusatzausbildung, schafft eine patienten- und qualitätsorientierte Zusammenarbeit. Kuppe und Weinzierl sind ausgewiesene Teamplayer, die gerne lachen. Sie setzen auf das Prinzip „Fördern und Fordern“ und darauf, Mitarbeiter individuell zu motivieren, um eine bestmögliche Arbeitsatmosphäre zu sichern.

Zurück in den Operationssaal. Heute eine Gallenblasen-Entfernung und ein In-Situ-Bypass, morgen eine Schilddrüsen- OP und eine Wirbelsäulen-Fraktur: Die operationstechnische Assistenz in Burglengenfeld erfordert allein wegen der unterschiedlichen Bereiche der Teamchefärzte der Chirurgie, Dr. Thorsten Cedl (Unfallchirurgie & Orthopädie), Marc Philippbaar (Allgemein- und Viszalchirurgie) und Dr. Gary Haller (Gefäßchirurgie) ein Höchstmaß an Flexibilität und fundiertem Wissen in der Tiefe – und der Breite. Zudem ist Durchhaltevermögen gefragt, wenn eine Operation mehrere Stunden lang dauert.

Schachexperte, moderner Fünfkämpfer, Mannschaftspieler und Marathonläufer. Außerdem Organisator und Coach: Im Sport würde ein OTA die Grenzen der Disziplinen sprengen. „Die Arbeit unseres OP-Teams gehört ohne Zweifel zu den sehr anspruchsvollen Jobs bei uns im Krankenhaus“, weiß Annika Kuppe. Mit Johannes Weinzierl ist sie sich zudem einig: „Aber er macht auch, wenn man die ständige Herausforderung sucht und gerne Verantwortung übernimmt, ungeheuren Spaß!“

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